Immer wieder fragen Besucher und Bewerber danach. Wir haben es für Interessierte aufgeschrieben

Ein Tag in der Jugendwohnung aus Sicht eines Jugendlichen:

06:30 Uhr: Montag! Oh neee. Ich habe keine Lust auf Schule. Bin ich heute krank? Ne, dann gibt das wieder Ärger und ich darf nicht raus. Dann schleppe ich mich jetzt mal ins Bad.

07:00 Uhr: Schnell noch eine Kleinigkeit zu essen auf die Hand und los zur Schule.

13:30 Uhr: Endlich wieder Zuhause. Boah… das war anstrengend. Heute muss es schnell gehen. Ich muss noch einkaufen, abends zum Training und heute noch mit Betreuerin C zum Jugendamt. Also wird es eine Pizza. Diese Woche bin ich auch noch mit Boden wischen dran. Ach, mache ich morgen!

14:00 Uhr: Jetzt schnell Hausaufgaben machen. C kommt rein. Super! Dann kann ich gleich mal meine tausend Fragen loswerden.

15:15 Uhr: C drängt schon wieder, dass sie zum Jugendamt will. Ich ziehe schnell meine Schuhe an und nehme meine Jacke.

16:30 Uhr: Wieder zurück. Ich zische sofort los zum Supermarkt. C ruft mir noch etwas nach, versteh´ ich aber nicht. Egal!

17:00 Uhr: Mist, meine Mutter hat schon dreimal versucht, mich anzurufen. Ich rufe sie mal eben an. Der Einkauf kann ja in der Tüte da stehen bleiben, stört ja keinen. Ich rufe zurück. Nach zehn Minuten klopft es an meiner Tür. Ach ja mein Einkauf. „Jaaa, mache ich gleich!!!“.

17:30 Uhr: Ich ziehe mich zum Fußballtraining schon mal um, hechte aus der Tür und stolpere fast über meinen Einkauf. Da war ja was! Schnell verstaut und los. Bis morgen C!

20:30 Uhr: Puh! Jetzt habe ich Hunger. Schnell noch einen kleinen Snack, duschen und erst mal Facebook checken.

22:00 Uhr: Jetzt bin ich müde und schlafe ein.

Ein typischer Tag einer Betreuerin in der Jugendwohnung:

12:00 Uhr: Ich beginne meinen Dienst. Erst einmal PC anmachen und sehen was passiert ist, als ich nicht da war. Hoffentlich waren alle pünktlich am Wochenende zuhause. Oh, leider nicht, na da wird aber gleich ein Gespräch fällig. Mal hören, was da los war.

12:30 Uhr: Ich mache mir mal einen Tee. Oh, wie sieht denn wieder die Küche aus? Da werde ich gleich mal ein Wörtchen zu sagen müssen. Schade, dass der Putzplan mal wieder nicht eigehalten wurde, dabei können sie es doch so gut.

12:45 Uhr: Das Telefon klingelt. Das Jugendamt ruft an und möchte einen Termin vereinbaren. Kalender checken, Stundenpläne checken. Ok passt! Muss nur ein Dienst umgelegt werden. Aber das ist schon ok.

13:00 Uhr: Ich bin diese Woche dran, den Boden und den Hausflur zu wischen. Na super. Aber das passt gut, dann kann ich direkt den Müll mitnehmen und die Waschmaschine anschmeißen.

13:30 Uhr: B ist von der Schule zurück. Erst mal nur vorsichtig fragen, wie es ihm geht. Schule war sicherlich anstrengend.

14:00 Uhr: Ich frage mal, ob B Hilfe braucht bei den Hausaufgaben. Setze mich mit ihm zusammen und wir lernen.

14:30 Uhr: C kommt aus der Schule. Es wird lauter, er möchte sich etwas zu essen machen, aber B hat noch nicht sein Geschirr vom Vortag gespült. Ich lasse sie erst einmal diskutieren und mische mich nicht ein. Es wird zu laut; ich erinnere sie, dass sie beide an ihrem Putzplan arbeiten müssen.

15:00 Uhr: Oh, das E-Mail Postfach quillt über. Na, dann mal schnell abarbeiten.

15:30 Uhr: Ich bin mitten in die E-Mails vertieft, da werden mir Kassenzettel auf den Schreibtisch geworfen. Ok, die rechne ich gleich ab. Hoffentlich stimmt auch das Restgeld, sonst gibt es wieder Diskussionen und um 16:30 Uhr ist doch ein Termin.

16:00 Uhr: So, die Kasse stimmt, die E-Mails sind abgespeist und nun fertigmachen, B schnappen und zum Termin beim Vormund fahren.

16:30 Uhr: Wir sind pünktlich und besprechen alles, was es zu besprechen gibt.

17:15 Uhr: Unterwegs fragte B mich, ob wir nicht noch zusammen einkaufen gehen. OK!

18:00 Uhr: Jetzt aber schnell, Junge. Du hast Fußballtraining. Gut, dass er schon recht selbstständig ist und alleine hingeht, so bleibt mir kurz Zeit Luft zu holen.

18:30 Uhr: Jetzt ist Zeit, mich mal mit C über das Wochenende zu unterhalten. Erst ist er bockig, kann dann aber gut erklären, warum er zu spät kam und nicht in der WG Bescheid sagte, dass er wieder in der JWG ist. Einigung, dass das nicht nochmal passiert! Puh, das ging ja gut!

19:00 Uhr: So, nun noch die Handtücher aufhängen, Informationen für meine Kollegin morgen aufschreiben, checken, ob die Wohngruppe drüben noch Unterstützung braucht, und dann fahre ich nach Hause.